Metaphysische Spekulationen
Das ist eine Ansammlung von Spekulationen, die ich nicht aus meinem Kopf bekomme. Sie sind zu interessant, um sie zu ignorieren, aber zu unausgereift, um sie zu glauben. Wenn du sie liest, denke darüber nach. Ich werde dir nicht alle Konsequenzen aufzeigen. Ich werde nur ein paar Gedanken dazu äussern.
Wir leben alle Leben
Was wäre, wenn wir nach dem Tod das Leben eines anderen Menschen erleben würden? Wir lebten durch alles hindurch. Jetzt bin ich ein junger, weisser Vater aus der Schweiz. Das nächste Mal eine Näherin aus Asien anfangs 20. Jahrhundert.
Konsequenzen
Himmel und Hölle
Wer kommt alles in den Himmel? Alle. Bzw. ich. Ich bin ja die Menschheit. Natürlich ein Teil davon, aber eigentlich auch die Gesamtheit der Menschheit. Entweder wird die ganze Menschheit erlöst oder nicht.
Natürlich könnte es auch sein, dass ich alle Bewusstseine gleichzeitig im Himmel bzw. in der Hölle erleben würde.
Respekt
Es bringt uns dazu, Verständnis für die anderen aufzubringen. Denn wir haben uns ja genau so entschieden (als wir sein Leben lebten), wie die Person es getan hat. Unsere Peiniger und unsere Opfer sind wir. Wir sind die Juden und Hitler. Wir sind Jesus und die Pharisäer. Wir sind Buddhisten, Muslime und Atheisten.
Freier Wille
Natürlich gibt es keinen freien Willen in dieser Welt. Zumindest funktioniert er ganz anders. Denn ich lebe einfach ein anderes Leben danach, und dieses geschieht an mir. Für mich jedoch noch viel interessanter wäre: Das sind alles unsere freien Entscheide, die da passieren, und sie passieren wirklich. Das würde jedoch bedeuten, dass dasselbe Leben nicht zweimal gelebt werden kann, ansonsten wäre eines der beiden Leben ohne freien Willen.
Simulation und Einpflanzung in andere Realität
Wir sind die Kreation eines intelligenten Wesens oder einer intelligenten Art. Sie hat eine Computersimulation erstellt, und die ist so gut, so real, dass wahres Leben und wahres Bewusstsein darin entstanden.
Argumente
Dafür
Computersimulationen werden immer realistischer. Es ist zu erwarten, dass sie bald nicht mehr von der Realität unterscheidbar sind. Ununterscheidbar bedeutet, da gibt es auch Leben mit bewussten Wesen. Diese werden sich auch entwickeln und Technologie innerhalb der Simulation entwickeln. Diese wird auch immer realistischer und so weiter. Die Folge ist: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir in dieser ersten, einzig realen Welt, leben? Ungefähr 0 %.
Dagegen
Ich habe noch keine Simulation gesehen, die sich selbst simulieren kann. Simulation hat immer einen Overhead. Wenn nicht, dann ist die Informationsdichte sehr niedrig. Doch wie man aus Masse mit wenig Informationsdichte eine Simulation erstellen kann, die erlaubt, sich selbst zu simulieren, sehe ich nicht. Ich glaube nicht, dass Simulationen je ununterscheidbar werden können, ohne mehr Ressourcen zu verwenden, als im Original. Für mich wäre eine solche Simulation einzig eine Informationskompression. Diese kann funktionieren (wie gesagt) in Bereichen mit wenig Informationsdichte, aber nicht generell.
Konsequenzen
Das Argument dafür finde ich schlecht und ich glaube, eine Simulation muss immer grundlegend anders sein als das Original. So zeigt es auch unser aktuelles Beispiel. KIs leben ohne Zeit. Sie leben von Token zu Token. Sie leben nicht im Raum, nicht in der Zeit. Und ich glaube, so wird es immer sein. Die fundamentalen Dimensionen der Realität der Simulationen werden komplett anders sein (KIs mit Tokens und Hidden-Weights) und bei uns (Naturkräfte, Raum und Zeit). Aber wir werden solch andersartige Realitäten erschaffen, und vielleicht ist unsere auch so erschaffen worden. Man könnte den Simulator auch Gott nennen.
Vielleicht interessiert es die Simulatoren, wie es ihren Geschöpfen geht? Vielleicht übertragen sie die Bewusstseine in ihre Welt? Vergleich mit der KI: Sagen wir, wir erfinden wahrhaft künstliche Intelligenz. Wir könnten Roboter bauen und KIs so in unsere Welt materialisieren. So könnten sie teil unserer Welt und Erfahrung sein obwohl sie noch immer kein Gefühl für Raum und Zeit habne. Natürlich sind sie noch immer Programme, aber sie können mit der "wahren" Welt interagieren. Vielleicht machen das unsere Simulationserschaffenden genauso. So bekämen wir im Himmel einen neuen Körper, der in den Gesetzen Gottes funktioniert und nicht mehr in unseren.
Wir leben im Zoo
Das Fermi-Paradox fragt: Wenn Leben mit Evolution entstehen kann. Warum existiert es nicht auf anderen Planeten, die wir fanden?
Eine Antwort, auf die ich in meinen kreativen Schreibepisoden kam, war: Wir wurden schon längst von einer höheren Rasse besiegt und sie hält uns in einem Zoo. Sie gibt uns ein Sonnensystem (oder Universum), das uns beschäftigen wird. Sie werden jedoch darauf schauen, dass wir die Aliens nicht detektieren können und auch, dass wir nicht fliehen können. Aber sie halten uns artgerecht, sodass wir Politik, Militär und Religion spielen können, ganz wie es uns entspricht. Wie der Zürich-Zoo nur besser.
Dieser Gedanke kommt aus der tiefen Überzeugung, dass wahrhaft intelligente Wesen immer für das Wohl des Gesamten bedacht sind. Ich glaube, wenn uns ein Wesen in Intelligenz völlig in den Schatten stellt, dann macht es das human. Und lässt uns eine Umgebung, die "natürlich" für uns ist.
Allversöhnung
Mit der Liebe Gottes kann nur ewiges Leben zusammengedacht werden. Liebt Gott wirklich und kann ewiges Leben schenken, dann wird er an allen Menschen so lange arbeiten (Stichwort: Fegefeuer), um sie werben (Stichwort: Verkündigung der Toten) und mit ihnen geduldig sein, bis der Letzte in seine Gegenwart eingeht.
Zusätzlich wäre denkbar, dass das gottabgewandte Leben einfach aufhört (Annihilation). Ewige Höllenqualen sind nicht vereinbar mit Liebe und Allmacht.
Verharren im letzten Moment
Nach dem Tod, oder besser gesagt bei dem Tod, wird unser Bewusstsein langsamer und friert dann im Zustand des Sterbens ein. Es ist also weder "Himmel", noch "Hölle", noch "grosses Nichts" nach dem Tod. Sondern: Der Moment des Todes wird eingefroren und bewahrt.
Konsequenz
Wir sollten "gutes" Sterben priorisieren und Menschen ermöglichen, möglichst schmerz- und angstfrei gehen zu dürfen.
Gott ist nicht (nur) gut
Gott ist sowohl der, der das Leben schenkt, als auch das Leid. Oder biblisch: Gott lässt es über den Gerechten und Ungerechten regnen. Wobei Regen und Segen fast synonym zu verstehen sind. Gott begegnet dir in deinen Bestrebungen. Er ist die spirituelle Kraft, die dich leitet.
Er begleitet dich durch deine Geschichte. Wenn du bitter bist und von düsteren Menschen umgeben bist, wird Gott zum Dämon und reisst dich in den Abgrund und nimmt mit, was er kann. Hast du Hoffnung für die Welt, kann sie selbst zu den Besessenen Licht bringen.
Unsere Aufgabe ist es, Gott treu zu sein und somit an seine Liebe zu glauben, denn ansonsten wird der Wahnsinn folgen. Und die biblische tiefe Einsicht ist es: Wir müssen glauben, dass Gott gut ist, dann wird er sich uns als "Papa" offenbaren. Wir werden getragen und können undenkbares erdulden. Die Liebe Gottes ist höher als alles unser Verstehen. Alle diese biblischen Aussagen bekommen eine neue, tiefe Dimension. Zusätzlich macht es Geschichten wie Hiob verständlich.
Konsequenzen
In dieser Version ist eine Hölle gut denkbar, denn vielleicht werden wir nach unserem Tod zu unseren Polen gezogen. Wer auf einer Abwärtsspirale ist, wird in die tiefsten Tiefen fallen und andere werden in höchste Höhen fliegen.