Produzieren statt konsumieren
Wenn mich eine Botschaft am meisten herausgefordert hat – und es immer noch tut –, dann ist es dieser Aufruf: „Tu etwas!“ Du beschwerst dich, dass du nicht reich bist, dass die Welt ungerecht ist. Du schaust ein Video nach dem anderen darüber, wie ungerecht alles ist, oder liest Bücher, die dir „helfen“, deinen Weg zu finden. Aber das Einzige, was die Welt verändert, sind Handlungen.
Konsumieren ist gut für Geist und Seele: um neue Gedanken kennenzulernen. Aber wenn du nichts tust, wirst du zu einer nutzlosen Wikipedia-Kopie. Ich kann mir selbst googeln, welche Übungen optimal sind, welche Diät gut ist, wie man produktiver wird. Oder auch, was die Theorien über Sinn und Gott sind. Wenn du das alles gelernt hast, bist du vielleicht ein interessanter Gesprächspartner – aber nicht interessanter als YouTube.
Lass mich dir eines sagen: Wenn du etwas länger als ein Jahr nur konsumierst, ist das ein Beweis für deine Faulheit. Kein Mensch hat so lange „Nachschub“ nötig. Leben muss gelebt und nicht nur verstanden werden. Die Ironie daran ist: Alle Medienschaffenden stehen auf der anderen Seite des Zauns. Sie versuchen, Inhalte zu schaffen, die Menschen inspirieren und voranbringen. Solange du passiv bleibst, wirst du dich von ihnen nie verstanden fühlen – weil sie Produzenten sind, nicht Konsumenten.
Und sobald du anfängst, etwas zu tun – einen Podcast starten, ein Buch schreiben, einen Filmclub gründen oder regelmässig trainieren –, beginnt die Reise. Du erlebst aus erster Hand, wie die Welt auf das reagiert, was du anzubieten hast. Sie wird dein Buch ignorieren, weil es „niemanden interessiert“. Du wirst im Kampfsport verlieren und negative Kommentare bekommen. Aber wenigstens bist du Teil des Spiels.
Wenn du dagegen nur konsumierst, bist du eine Ressource, die ausgebeutet werden soll: Unternehmen wollen dein Geld, Social Media deine Aufmerksamkeit. Wenn du aber produzierst, ändert sich die Beziehung.
Das ist der Moment, in dem der Segen beginnt. Du wirst Dinge tun, die anderen wirklich helfen. Du wirst in dunklen Zeiten eine Stütze sein. Du wirst die Welt verändern. Wie sehr, hängt nicht nur von dir ab – auch die Welt muss dich „segnen“. Trotzdem: Glaube, und du wirst sehen. Der Segen liegt an Orten, die du nie gesucht hättest.
Und als letzte Botschaft: Wenn du anfängst zu produzieren, dann erschaffe bitte etwas, das Menschen befähigt und nicht betäubt. Gib ihnen eine Stimme und die Möglichkeit, etwas zu verändern.
Meine Haltung ist: Wenn du mein Buch liest und danach noch ein weiteres von mir kaufen willst, habe ich etwas falsch gemacht. Denn du solltest selbst denken können – und den Inhalt meines „nächsten“ Buches selbst schreiben. Oder besser noch: Schreib dein eigenes.