Das Leben ist ein Spiel
Diese Ansicht vertreten oft zynische Menschen, um ihr unmenschliches Verhalten zu rechtfertigen. Und doch: Auch wenn ihre Motivation fragwürdig ist, steckt in dem Satz ein Körnchen Wahrheit. Das Leben hat seine Regeln. Seine Konsequenzen. Es ist ein Spiel, das weiterläuft. Wer die Regeln erkennt und sich nicht von Ungerechtigkeit lähmen lassen will, ist im Vorteil. Das Leben ist ein brutales Spiel – und man muss an Vergebung glauben, weil das Leben nicht leicht vergibt.
Aber wenn wir das Spiel sehen, erkennen wir auch seine Regeln. Sie sind nicht willkürlich. Sie sind verständlich. Und doch sind es nicht die Regeln der Gesellschaft – keine Paragraphen aus Gesetzbüchern, keine blossen sozialen Normen. Nein: Die Regeln liegen tiefer in uns.
Die Regeln des Spiels haben überhaupt erst Gesetzbücher und soziale Normen hervorgebracht. Manche vermuten, es sei ein Spiel der Macht: Wer ist mächtiger? Das kann stimmen, je nachdem, wie man hinschaut. Aber Macht ist anders, als wir meist denken. Macht ist die Kraft, die etwas dauerhaft macht. Und diese Macht kann auch Barmherzigkeit und Selbstaufopferung sein – nicht nur politische Macht.
Was auch immer die genauen Regeln des Lebensspiels sind: Es lohnt sich, sie zu erforschen.
Wer die Regeln besser versteht, hat es leichter. Wer bereit ist, die Regeln immer wieder neu zu überdenken, gewinnt echte Macht – und verändert sein Leben und damit die Welt.
Sich zu beklagen ist nutzlos: Das Spiel wird so oder so gespielt.